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Mär 28
2009

Chat & Kirche

Geschrieben von juergenpelzer in Nicht zugeordnet 

juergenpelzer
Second Life aus dem Lexikon Kirche und Internet Warum ist es wichtig?

Chatten (engl. to chat = plaudern) ist für die meisten Jugendlichen selbstverständlich und ein fester Bestandteil Ihres Kommunikationsverhaltens. Wenn die Kirche die Jugendlichen über den Chat anspricht, ist das zum einen eine Wertschätzung zum anderen aber auch das Zugehen der Kirche auf die Kultur der Jugendlichen. Vor allem aber kommt im Chat ein Gespräch zustande, was bei einem realen Treffen, etwa in der Firmvorbereitung nicht immer der Fall ist.
Chats ermöglichen einen niederschwelligen ersten Kontakt. Durch den Schutz der Anonymität bzw. durch das nicht persönlich vor Ort sein der Chattenden können auch heiklere Fragen erörtert werden.

Wie und von wem wird es genutzt? (Inhaltsverzeichnis)

Chats werden sehr vielfältig genutzt. Nahezu jede Community bietet Chatfunktionen. Es gibt sogar spezielles Chatcommunitys wie etwa www.spin.de

Gibt es spezielle religiöse Nutzung? (Inhaltsverzeichnis)

Definitv: Ja. Chats werden vor allem als Instrument in der Seelsorge eingesetzt, wie z.B. bei der www.chatseelsorge.de Der große Vorteil er Chats in der Seelsorge liegt darin, dass die Anonymität es den Ratsuchenden ermöglicht offener über Ihre Probleme zu sprechen und leichter den Kontakt zu suchen. Der Chat bewahrt sprichwörtlich vor dem Gesichtsverlust in einer face-2-face Situation eines normalen Gespräches.
Ein großer religiöser Chatraum im Internet ist der Kirchenchat in der virtuellen 2D Welt Funcity. Hier findet zweimal wöchentlich ein 2 Stunden Chat zu religiösen Themen statt, der von ca. 20-30 Personen besucht wird.
Chats werden auch auf Gemeindeebene eingesetzt: So z.B. auf der Seite www.joerg-sieger.de in der Gemeinde Bruchsaal, wo der Pfarrer jeden Samstag einen Internetchat für die Gemeinde anbietet und Themen des Glaubens aber auch des Gemeindelebens erörtert werden.
Chats eignen sich für viele Gelegenheiten, wie z.B. die Firmvorbereitung. Ehe ein erstes Treffen zwischen den Firmlingen und dem Weihbschof stattfindet kann ein zweistündiger oder einstündiger Chat ein erstes Kennenlernen ermöglichen.


Was sind die Implikationen für Kirche und Glaube? (Inhaltsverzeichnis)

Chats helfen dabei, persönliche Beziehungen zu initieren, das Gruppengefühl zu stärken und Beziehungsnetze zu spannen. Sie sparen ebenfalls Zeit, wenn z.B. der Weihbischof nicht zu einem Firmtreffen anreisen muss, sondern sich im Chat mit den Jugendlichen trifft. Um die Jugend zu erreichen stellen Chats ein ausgezeichnetes Mittel dar, da Chats zur Kommunikationskultur der Jugendlichen dazugehören. Die Nutzung von Chats wird oft unter dem Aspekt der Seelsorge (Anonymität) gesehen. Die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten von Chats ist allerdings enorm, vor allem in der Gemeinde und in Gruppenprozessen, wie Firmungen, eigenen sich Chats hervorragend, um einen ersten Kontakt herzustellen. Gerade bei Firmgruppen und deren Begegnung mit der Amtskirche prallen oftmals zwei Welten aufeinander, was sich dann so äußert, dass die Jugendlichen sehr schweigsam sind, wenn sie dem Weihbischof in einem ersten Treffen gegenübersitzen. Durch einen Chat ist die Stimmung bei einem ersten Realtreffen direkt wesentlich angenehmer: Die Jugendlichen gehen auf den Bischof zu und begrüßen ihn mit „Du", was ja nicht ein Zeichen von Respektlosigkeit sondern von Anerkennung ist.
Im Chat selbst stellen die Jugendlichen auch heikle Fragen, die sie beschäftigen, die sie aber im direkten Kontakt bei einem ersten Treffen nicht stellen würden.

Wie funktioniert es und was kann ich damit machen? (Inhaltsverzeichnis)

Chats basieren darauf, dass man sich in Echtzeit Textnachrichten sendet. Diese werden auf dem Bildschirm in einem eigenen Fenster (Chatraum) angezeigt, so dass jeder Beteiligte diese lesen kann und reagieren kann, indem er selbst eine Textnachricht verfasst. In einem zweiten Fenster werden die Namen aller Beteiligten angezeigt. Das können die richtigen Namen sein oder anonyme Phantasienamen (sog. Nicknames oder kurz Nicks). Die Anzahl an Teilnehmern ist generell nicht beschränkt, allerdings wird eine Unterhaltung ab 30 Personen fast unmöglich. Es gibt unmoderierte Chats, in die jeder einfach hineinschreiben kann oder moderierte Chats, wo ein Moderator den Ablauf steuert, indem er z.B. Teilnehmer sperrt oder ein Thema vorgibt, Fragen stellt etc.
Eine besondere Form stellt der Expertenchat dar. Dabei stellen die Teilnehmer dem Experten Fragen, auf die dieser antwortet. Den Teilnehmern ist es in der Regel möglich, auch gezielt nur einzelne Teilnehmer anzuschreiben. Diese Nachrichten können dann nicht von dem Rest der Teilnehmer eingesehen werden (sog. flüstern)

Welche Möglichkeiten bietet es technisch? (Inhaltsverzeichnis)

* Textnachrichten versenden
* evtl. Privatchats mit einzelnen Teilnehmern (sog. flüstern)
* evtl. Das Profil anderer Chatter ansehen (vor allem in Communities)

Wohin entwickelt es sich? (Inhaltsverzeichnis)

Chats sind und waren immer ein fester Bestandteil der Internetkommunikation. Sie werden auf absehbare Zeit Ihren Reiz behalten und villeicht in Bezug auf die Handykommunikation größere Bedeutung erfahren.

Pro - Contra? (Inhaltsverzeichnis)

In drei Musterprojekten wurde der EInsatz von Chats in der Firmvorbereitung getestet. Alles drei Projekte brachten diesselben Ergebnisse: Der Weihbischof war zufrieden, dass die Jugendlichen offen und interessiert waren. Bei der ersten Begegnung war das Eis direkt geborchen und es gab Gesprächstehmen, die nicht erst künstlich erzeugt werden mussten. In seiner Predigt konnte er aufgrund der Chaterfahrungen direkt auf die Lebenswelt der Jugendlichen eingehen.
Die Jugendlichen fühlten sich wertgeschätzt, da der Bischof sie in Ihrem bekannten Terrain, dem Chat, aufsuchte. Sie konnten Ihre Fragen stellen.

Auch andere Einsätze von Chats, z.B. auf der Gemeindeebene, haben positive Ergebnisse gebracht: Die Nutzer schätzen die Eigenheiten des Mediums Chat.

Anwedung und Umsetzung (Inhaltsverzeichnis)

Chats lassen sich auf drei Weisen realisieren:

* Man kann einen Chatraum bei einem Anbieter kostenlos mieten, dann hat man meist geringen Funktionsumfang, u.U. Werbung, wie z.B. mainchat
* Man kann z.B. bei Parachat einen Chatraum mieten (montaliche Basis) und diesen auf seiner Homepage einbauen
* Sie können einen eigenen Chatserver betreiben (relativ aufwendig)

Wenn Sie Fragen dazu haben, wie SIe in Ihrem Arbeitsbereich Chats sinnvoll einsetzen können, und wie sich diese günstig realisieren lassen, sprechen Sie uns gerne an, wir haben bereits einige Chat-Projekte realisiert und verfügen über Erfahrung und ein kompetentes Team an Technikern und Theologen. Wir bieten Ihnen auch Seminare und Vorträge zum Thema Kirche im Internet an:

Jürgen Pelzer, emediage Medienentwicklungs und -beratungs GmbH, Tel. 069 66370865, mail(at)juergenpelzer.de


Hardfacts& Linktipps (Inhaltsverzeichnis)

Kirchenchat in Funcity:

Pfarrer Sieger und der Gemeindechat:

Netzinkulturation.de - Die Anlaufstelle zu Infos rund um Kirche&Internet sowie speziell zu Chats im Kirchenbereich

Second Life Artikel in der Wikipedia

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